Die Artikel sind chronologisch geordnet: Wie meist im Netz üblich erst der neueste, dann geht es weiter in die Vergangenheit.
(13.5.99)
Gerade habe ich mit Klaus telefoniert und ihn gefragt, was gestern bei der Sitzung herauskam. Leider kann ich nichts positives berichten! "Keiner" war äußerst erfolgreich. Langer Rede, kurzer Sinn: Die Kommissionierung der Strecke wird dergestalt mit Auflagen erschwert, die weder zeitlich noch finanziell zu erfüllen sind! Das nächste Gutachten soll Mitte Juni erstellt werden (Wann soll dann die Saison beginnen???) Die Firma Böhler durch deren Werksgelände die Bahn führt möchte 50 000,- Schillinge für die Unterhaltung der Tore. ADAs immer Firmen an der Strecke so gegen die Bahnen sind? Und, und, und...
Fazit: Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird die Thörlerbahn heuer nicht fahren!
An diesem Wunder wird von Seiten des Vereins gerade gearbeitet. Morgen findet eine Krisensitzung statt und ich werde Sie sofort über das Ergebnis informieren. Außerdem wird am Samstag ein Artikel in der Kleinen Zeitung erscheinen (Region Mürztal). Schauen Sie doch dann bei der Kleinen-Online unter http://www.kleine.co.at nach!
Es ist halt immer noch am einfachsten, eine Bahn über den Behördenweg zu ruinieren! Und vielleicht im Wahlkampf für Politiker besser, neue Attraktionen zu verkaufen (auch wenn es nur heißes Wasser ist) als gewachsene Attraktionen, die man selber nicht geschaffen hat, zu erhalten. Anders kann ich mir die Situation nicht erklären!
"Keiner", als sportlicher Verlierer sage ich Gratulation. Du hast es offensichtlich geschafft, daß Eisenbahnfreunde wie ich nicht mehr ins schöne Mürztal fahren. Aber was solls, Nostalgie ist ja im modernen Tourismus nicht gefragt. Eher Centerparks...
Mir bleibt also nur die Erinnerung an wunderbare Erlebnisse in Thörl und Umgebung, und ein kleiner Rest von Hoffnung, daß sich das Wunder der Feistritztalbahn noch einmal wiederholen könnte...
In diesem Sinne, liebe Eisenbahnfreunde, verbleibe ich als trauernder Oskar
(1.5.99)
Einen hervorragenden Artikel zur aktuellen Situation fand ich gerade unter
http://www.kleine.co.at.
auf der Homapage der der Kleinen Zeitung. Ich hoffe, die Kleine ist auch diesesmal groß genug, mir
diese erneute Copyrightverletzung zu verzeihen. (Es ist ja im Interesse der Thörler!)
Eine endgültige Entscheidung über den Weiterbestand der Thörlerbahn fällt am 12. Mai.
VON ULF TOMASCHEK
Es ist ein Damoklesschwert, das derzeit über dem Verein Thörlerbahn schwebt. Zwar gibt es nun ein sogenanntes Gestattungsübereinkommen mit den Landesbahnen, das die Weiterführung des Bahnbetriebs bis 31. Oktober 1999 erlaubt. Aber der Haken daran: Innerhalb von 14 Tagen kann dieses Übereinkommen von den Landesbahnen gekündigt werden. Der Hintergrund: Die Landesbahnen wollen Teile ihres Eigentums verkaufen, darunter auch das Gelände des Kapfenberger Bahnhofs.
"Was sollen wir dann tun?" fragen sich nun die Mitglieder des Vereinsvorstands. So gibt es einen Vertrag mit dem Klub 760, von dem der Verein Thörlerbahn die Lokomotive geborgt hat. Dieser Vertrag besagt etwa, daß die Lok in einer Halle untergebracht sein muß. "Das wäre aber eventuell noch lösbar", meinen die Vorstandsmitglieder. "Viel schwerer wiegt, daß wir nun keinen Fahrplan erstellen können. Das Risiko einer Kündigung ist einfach zu groß."
Dabei, so der Vorstand, hätten sich die regionalen Abgeordneten, allen voran Bundesrat Peter Polleruhs und Landtagsabgeordneter Siegfried Schrittwieser, in letzter Zeit ohnehin "die Hacken abgerannt", um eine Lösung für die Thörlerbahn zu erzielen. Diese Lösung wäre eine Genehmigung bis zum Ende der Saison 2000. Frühestens zu diesem Zeitpunkt wird mit dem Ausbau der Mariazeller Bundesstraße zwischen Kapfenberg und Thörl begonnen. So hätte der Verein zwei Jahre "Atempause", um die sogenannte "kleine Lösung", die Streckenführung von Thörl bis Seebach, vorzubereiten. Die Voraussetzung dafür wäre aber die Zustimmung und Unterstützung der Politik.
Auf der Vorstandssitzung am 12. Mai wird jedenfalls eine Entscheidung fallen, ob der Betrieb heuer aufgenommen wird - oder gar nicht mehr.
Genau das, was Sie oben lesen hat mir der Obmann der Thörlerbahn, Johann, gerade am Telefon bestätigt! Es schaut recht gut aus, aber die Klippe mir der Kündigungsfrist muß am 12, noch umschifft werden! Dann sollte, zumindest einem befristetem Betrieb, nichts mehr im Wege stehen. Allerdings wird sich der Starttermin am 29.5. leider nicht mehr halten lassen. Ob, und wann es losgeht? Demnächst mehr an dieser Stelle...
Ich gebe die Hoffnung nicht auf!
Oskar
(24.4.99)
...so läßt sich die derzeitige Situation wohl am besten beschreiben. Unserem Freund "Keiner" sind wohl die Gegenargumente ausgegangen, und da die Straße aus Kostengründen heuer noch nicht ausgebaut wird, steht einem einstweiligen Weiterbetrieb eigentlich nichts mehr im Weg...
Allerdings muß die Strecke neu kommissioniert werden, und das kostet Geld und Zeit! Und das ist auch der derzeitige Stand. Die Kommissionierung läuft und "Keiner" hofft, daß technische Probleme alles verhindern.
Da die Zeit drängt, laufen bereits die Vorbereitungen für die neue Saison (hoffentlich nicht umsonst). Auch ein neuer Fahrplan liegt mir schon vor, der allerdings derzeit nur den Status eines Arbeitspapieres hat. Ich werde ihn veröffentlichen, sobald alles sicher ist.
Aber eines plaudere ich schon heute aus: Wenn alles klappt startet der Zug zur Saisoneröffnung am 29. Mai 99 um 13:00 Uhr in Kapfenberg! Ich selber werde alles dransetzen, um bei diesem Eisenbahn-Freudenfest mit dabei zu sein und hoffe, daß viele andere genauso denken.
Also, hoffen wir auf ein Wiedersehen am Landesbahnhof Kapfenberg...
Servus, Oskar
(3.4.99)
Viel und doch nicht viel. Tatsache ist, daß das Ende der Bahn nicht beschlossen wurde! Tatsache ist auch, daß die Genehmigung zum Betrieb aber auch noch nicht vorliegt!
Tatsache ist aber auch, daß sich "Jeder" lautstark zu Wort gemeldet hat! Wie wird es ausgehen? Wer wird gewinnen? "Keiner" oder "Jeder"? Es bleibt spannend! (Und abschließend noch meine persönliche, ultimativ subjektive Einschätzung der Situation: Es schaut nicht mehr ganz so trübe aus, wie noch vor ein oder zwei Monaten!) :-)
Noch ist alles offen! Hoffen wir auf eine Saisoneröffnung 99 und auf ein wunderbares Eisenbahnfest am Landesbahnhof Kapfenberg.
In diesem Sinne, Frohe Ostern, Oskar
(30.3.99)
Sie erinnern sich sicher noch an die Aussage von mir: "Keiner" will das Ende der Thörlerbahn, "Jeder" ist dafür!?
Unseren "Freund" Keiner habe ich schon lang und breit (weiter unten) beschrieben. Doch wer ist "Jeder"? "Jeder" ist der, der die Thörlerbahn dem Tourismus der Region erhalten will, der weiß daß auch Tradition zum Tourismus gehört (nicht nur heißes Wasser!), der erkannt hat, daß gewachsene Attraktionen allemal mehr wert sind als künstlich gebaute Attraktivitäten...
Langer Rede, kurzer Sinn, noch (?) ist nicht aller Tage Abend! "Jeder" hat sich gemeldet, und es bleibt spannend! Ich werde Sie auf dem laufenden halten!
Servus Oskar
(14.3.99)
Gerade habe den weiter unten stehenden, leicht optimistisch klingenden, Artikel geschrieben,
mußte ich unter
http://www.kleine.co.at.
auf der Homapage der der Kleinen Zeitung diesen Artikel lesen, den ich Ihnen nicht vorenthalten
will. Ich hoffe, die Kleine ist groß genug, mir diese erneute Copyrightverletzung zu verzeihen.
(Es ist ja im Interesse der Thörler!)
Für den Verein Thörlerbahn könnte das Ende aber schon früher kommen.
VON ULF TOMASCHEK
Es war wohl der vorletzte Akt in der nunmehr zweijährigen "Causa Thörlerbahn". Kürzlich lud der Tourismusverband Alpenregion Hochschwab auf Drängen des Bürgermeisters von Aflenz-Land, Bundesrat Peter Polleruhs, zu einer Besprechung nach Zöbriach. Einziges Thema war die B 20, die Mariazeller Bundesstraße.
Ausbau der Straße, Errichtung eines Radwegs und die Erhaltung der Bahntrasse: Das ist zuviel für das enge Thörlertal. Und nachdem sich die Bürgermeister der Region ohnedies mehrfach für den Ausbau der B 20 und einen Radweg ausgesprochen haben, ist die Thörlerbahn im Weg - zumindest von Kapfenberg bis zum Bahnhof Thörl-Palbersdorf.
Für eine "Aufschließung dieses Raumes" sprach sich auf der Sitzung auch Werner Friedrich, Chef der Baubezirksleitung Bruck, aus. Friedrich plädierte für ein Verkehrskonzept, das neben der Baubezirksleitung auch die Gemeinden und der Tourismusverband erstellen sollen. "Wir gehen die Planung sofort an, wenn wir wissen: Wie geht es mit der Thörlerbahn weiter?" Und Friedrich wurde deutlich: "Offen gesagt, die Thörlerbahn bremst."
Kurze Variante. Dennoch möchte Friedrich nicht derjenige sein, der der Thörlerbahn den Todesstoß versetzt. "Sollte die Therme in Aflenz Wirklichkeit werden, wäre die Bahn wahrscheinlich sehr attraktiv", meinte er. Aber die Bahn brauche einen Investor, und das können nur die fünf Anrainergemeinden (Kapfenberg, Thörl, Aflenz-Land, Aflenz-Kurort und Turnau) sein. Friedrich sprach sich in diesem Zusammenhang für die kurze Variante von Thörl nach Seebach aus, "denn die Erhaltung der Strecke von Kapfenberg nach Thörl ist für 20 bis 30 Fahrten im Jahr nicht tragbar".
"Eine Entscheidung gegen die Bahn heißt, daß auch die kleine Variante nicht kommt", konterte Johann Pawlik, Obmann des Vereins der Freunde der Thörlerbahn, "denn einen Bahnbetrieb stellt man nicht auf wie ein Maronibraterstandl." Zwar wäre der Verein imstande und auch willens, die kurze Variante zu machen, aber dafür müßten eine Infrastruktur für Instandhaltungen und Reparaturen sowie ein Unterstand für die Lokomotive geschaffen werden. "Und das alles gibt es derzeit zwischen Thörl und Seebach nicht", stellte Pawlik fest.
Ein klares Nein zur Fortführung der Bahn kam dann von den Bürgermeistern Günther Kajer (Thörl) und Peter Mlaker (Aflenz-Kurort). "Wer hat derzeit etwas von der Bahn?" fragte Kajer. "Die Gemeinde Thörl kann nicht mitzahlen, das Leitprojekt ist die Therme", stellte er weiter fest. Und der "Onkel aus Amerika" sei für die Bahn nicht in Sicht. Mlaker assistierte: "Die Thörlerbahn blockiert den Ausbau der Straße wesentlich. Der Bahnbetrieb ist in dieser Form nicht aufrecht zu erhalten." Auch der Tourismusverband schloß sich dieser Argumentation an.
Bundesrat Polleruhs schlug noch einen Kompromiß vor: Die Region solle sich dafür einsetzen, daß der Bahnbetrieb bis zum Beginn des Straßenbaus fortgesetzt werden kann - mit einem exakten Stichtag für das Ende des Bahnbetriebs. Der Vorschlag stieß allerdings bei seinen Bürgermeisterkollegen auf wenig Gegenliebe: So würde sich das Ja zum Ausbau der B 20 weiter verzögern.
Für die Thörlerbahn wird es damit eng. Am 30. April endet die Betriebsbewilligung. Doch das Aus könnte schon früher kommen, bei seiner Generalversammlung am 2. April könnte sich der Verein Thörlerbahn auflösen. Pawlik: "Denn mit Gewalt werden wir den Betrieb nicht aufrecht erhalten."
Puh, das klingt gar nicht gut! Hoffen wir, daß es doch nicht soweit kommt...
Aber eines bitte ich zu bedenken: Thermen gibt es inzwischen viele (eine entsteht demnächst vor
meiner Haustüre) deswegen fahre ich sicher nicht nach Thörl!
(14.3.99)
Um es kurz vorwegzunehmen: Gedämpften Optimismus! Und das ist allemal mehr wert als das entgültige AUS!
Also die Straße wird ausgebaut, allerdings nicht mehr in diesem Jahrtausend. Damit wird die Bahn irgendann nicht mehr nach Kapfenberg fahren können. Das ist Punkt 1!
Aber Punkt 2 ist, daß offensichtlich etliche (mehr als erwartet?) Eisenbahnfreunde bei den Tourismuverbänden anfragten, os die Bahn noch fährt und dort zum Teil ein gewisses Umdenken bewirkten. Die Meinungen reichen offensichtlich von "Weg mit dem alten Plunder" bis "seid Ihr wahnsinnig, darauf zu verzichten".
Wie soll es nun weitergehen? Es geht also darum, einen Kompromiß zu finden, der keinem im Wege steht, und der Bahn trotzdem ein Überleben ermöglicht.
Machbar ist dies rein technisch schon, aber kostet Geld. Ich könnte mir folgendes Szenario vorstellen: Bis zum Bau der Straße bleibt alles beim alten. In der Zwischenzeit könnte man ja in Thörl die nötige Infrastruktur (=Unterstand) schaffen um die Lok dort zu stationieren. Die unten abgebauten Schienen könnte man ja vielleicht verwenden um die Strecke nach oben wieder zu verlängern und weitere Gemeinden an die Bahn anzuhängen.
Zugegeben, das kostet alles viel Geld! Aber es lohnt sich sicher. Ein Beispiel, wie es funktioniert liefert derzeit die Stainzerbahn (Flascherlzug). Dort wird die Strecke jetzt auch wegen des Erfolges ausgebaut und verlängert.
Dies ist meine persönliche Meinung zum Thema. Mich würde interessieren, was Sie darüber denken. Schreiben Sie mir doch einfach eine Mail.
Servus Oskar
Hallo Oskar!
Kurzer Bericht über den derzeitigen Stand: Leider nichts Neues. Am Mittwoch dem 10. März 1999 um 19:00 Uhr findet eine Sitzung über die Zukunft der Thörlerbahn statt. Eingeladen wurden: Tourismuskommision der Region, Gemeindevertreter von Kapfenberg, Thörl, St. Ilgen, Etmissl, Aflenz, Aflenz/ Land und Turnau.
Wir hoffen, daß es im letzten Moment noch eine Lösung zu Gunsten der Thörlerbahn gibt.
Bis zum nächstenmal, Klaus
Dem kann man nichts mehr hinzufügen...
Es schaut Mau aus. Die entgültige Entscheidung wird voraussichtlich bald fallen, aber unser "Freund Keiner" ist immer noch sehr einflußreich.
Sollte das schlimmste eintreten und die Thörlerbahn verschwinden, werde ich auch diese Seite einstellen sobald der erste Meter Schiene abgebaut wurde! Denn sie hat dann ihren Sinn verloren! Die Feistritztalbahnm hat es geschafft - dort setzte (zugegeben 5 Minuten nach 12!) ein Umdenken ein - und ist auf mich nicht existenziell angewiesen, und die Thörlerbahn gibt es dann ja nicht mehr. Da kann man zugunsten der örtlichen Touristikverbände nur hoffen, daß jede Menge an Radlfahrern ins Mürztal kommen, um an der neuen, verbreiterten Bundesstraße entlangzuradeln!? Welch ein touristisches Erlebnis!
Wenn ich etwas weiß, werden Sie es sofort erfahren!
Hoffen wir, daß wir uns alle zur Saisoneröffnung, so gegen Pfingsten, in Kapfenberg treffen...???
Servus Oskar
Gerade habe ich unter der Adresse:
http://www.kleine.co.at.
der Kleinen Zeitung zwei sehr interessante Artikel gefunden, die ich Ihnen nicht vorenthalten
will. Ich hoffe, die Kleine ist groß genug, mir diese Copyrightverletzung zu verzeihen.
(Es ist ja im Interesse der Thörler!)
Schicksalstage für die Thörlerbahn: Kommt heuer das endgültige Aus, oder wird mit einem neuen Konzept begonnen?
VON CHRISTINE ROIS
Gerüchte, daß die Thörlerbahn mit dem heurigen Jahr ihren Betrieb nicht mehr aufnehmen wird, halten sich seit längerer Zeit ziemlich hartnäckig. "Wir wissen selber nicht, wie es weitergehen wird", meint Klaus Ebner, einer jener Idealisten, die voll und ganz hinter "ihrer" Bahn stehen. Konkret ist auf alle Fälle, daß mit Jahresende die Konzession der Landesbahnen für die Strecke Kapfenberg-Seebach erloschen ist, und das bedingt wiederum, daß die Thörlerbahn bis zum 31. Jänner die Strecke geräumt haben soll.
"Die Räumung bis zu diesem Zeitpunkt ist uns erstens unmöglich, und zweitens haben wir bei den Landesbahnen um eine weitere Benutzungsbewilligung angesucht. Seitdem warten wir auf die Entscheidung", gibt Thörlerbahn-Obmann Johann Pawlik Auskunft. Noch gibt er sich zuversichtlich, daß die Bahn weiterbestehen wird. Er beruft sich auch auf diverse Unterschriftenaktionen, die den Fortbestand der Bahn fordern. Am Geld, glauben er und Vereinsvorstandsmitglied Ebner, wird es nicht scheitern, denn der laufende Betrieb sei gesichert.
"Das mit dem laufenden Betrieb ist halt auch so eine Sache", schränkt der Thörler SPÖ-Landtagsabgeordnete Siegfried Schrittwieser ein. Er kann sich nicht vorstellen, daß Streckenerhaltung und Reparaturen eingeschlossen sind.
Zunächst einmal wurde laut Schrittwieser bei den Landesbahnen erreicht, daß die Frist zur Räumung der Strecke bis Ende April verlängert wird. Diese Frist hat aber nichts damit zu tun, daß in nächster Zeit die Landesbahnen und die Rechtsabteilung 3 des Landes über die Nachnutzung der Strecke entscheiden. Nachnutzung kann Weiterführung der Bahn oder Errichtung eines Radweges heißen.
Und sollte es die Bahn nicht mehr geben, wäre Platz für den Ausbau der Mariazeller Bundesstraße gewonnen. "Wir hoffen auf jeden Fall, daß bald eine Entscheidung fällt", meint Werner Friedrich von der Baubezirksleitung, "der Ausbau der Bundesstraße ist für die ganze Region von großer Bedeutung."
VON CHRISTINE ROIS
Thörl. - "Das Dahinhadern hat keinen Sinn, in nächster Zeit muß eine endgültige Entscheidung fallen, so oder so", fordert SPÖ-Landtagsabgeordneter Siegfried Schrittwieser. Er meint damit nicht nur die Entscheidung der Landesbahn und der Rechtsabteilung 3 des Landes. Schrittwieser fordert von den Betreibern der Thörlerbahn "ein vernünftiges Konzept zur Weiterführung ihrer Bahn", um den Bestand langfristig abzusichern. Das schließt seiner Meinung nach unbedingt ein, daß mit allen Gemeinden und Tourismusverbänden Kontakt aufgenommen und erfragt wird, ob sie bereit sind, finanziell etwas zum Erhalt der Bahn beizutragen. Wenn diese Schritte nicht bald gesetzt werden, sieht er das Ende der Bahn gekommen.
Der Mürztaler ÖVP-Landtagsabgeordnete Josef Straßberger wünscht sich, daß in der Region zuallererst der touristische Nutzen der Bahn erhoben wird. Wenn dieser einwandfrei feststeht und erwiesen ist, daß die Region touristisch von der Bahn profitiert, dann muß die Region eben auch für den finanziellen Abgang geradestehen - der kaum ausbleiben wird. Ist aber der touristische Nutzen für die Region nicht gegeben, muß man den Mut haben, nein zu sagen und nach sinnvollen Alternativen suchen. Die beste wäre für Straßberger die Errichtung eines Radweges auf der jetzigen Bahntrasse, von dem er glaubt, daß er sehr gut angenommen würde und der wohl auch eine höhere Umwegrentabilität als die Bahn hätte.
Wie sich die Situation in den letzten Jahren entwickelt hat, können Sie auf der
Internetseite der Kleinen Zeitung nachlesen. Wählen Sie einfach den Menuepunkt
"Archiv" und geben Sie als Suchbegriff "Thörlerbahn" an.
Leider gibt es nichts neues von den Thörlern zu berichten. "Kein Mensch" will der Totengräber der Thörlerbahn sein. Doch wer ist dieser Herr "Mensch"? Nach langen Recherchen konnte ich nur eines herausfinden: Seine Freunde nennen ihn "Keiner".
Nach etlichen Telefonaten (es lebe die Deutsche Telekom) mit Verantwortlichen der Thörlerbahn kam ich immer mehr zur Ansicht daß alle Verantwortlichen in der Lokal- und Landespolitik am Weiterbestehen der Bahn Interesse haben. Es gibt nur einen Gegenspieler: "Keiner". Wer ist dieser "Keiner"?
"Keiner" will auf das Touristische Kleinod Thörlerbahn verzichten und es vernichten. "Keiner" will auf das Touristische Zugpferd der Gegend verzichten. "Keiner" ist der Meinung, daß der Radlweg ausgerechnet und nur auf der Trasse der Bahn realisierbar ist (weil billiger als andere Lösungen). "Keiner" hat kein Gespühr für für Nostalgie und Tradition. Aber "Keiner" will möglichst schnell Tatsachen schaffen und die Bahn für immer verschwinden lassen. (Zwischen Salzburg und...)
Doch wer ist "Keiner"? Auch wenn ihn noch niemand kennt, ist es doch eine sehr einflußreiche Person, die von der Lokal- bis zur Landespolitik mit annähernd jedem guten Kontakt pflegt. (Nur nicht mit den Thörlern!)
Lieber "Keiner", melde dich doch bei den Thörlern. Erlaube doch mal noch eine Probesaison um die Gelegenheit zu haben erstmalig mitzufahren und die Gäste aus nah und fern kennenzulernen, die begeistert sind und gerne nur wegen der Thörlerbahn nach Kapfenberg kommen. Ich bin sicher, Du wirst dann den Wert der Bahn zu schätzen wissen! Und auch das Engagement der Eisenbahnfreunde, die schon fast an Selbstaufopferung grenzt.
Also "Keiner" willkommen am Landesbahnhof Kapfenberg!
Oskar Sembach
Quo Vadis? Wohin gehst Du? Leider stellt sich die Frage für die Thörlerbahn mehr denn je! Die Nachrichten aus Kapfenberg & Co lassen schlimmstes befürchten!
Was ist geschehen? Nun die StLB hat mit dem Drahtwerk Pengg ihren letzten Kunden verloren und deshalb logischerweise den Betrieb der Strecke eingestellt. Einen regulären Personenverkehr gab es schon lange nicht mehr. Logische Konsequenz der StLB: Rückgabe der Konzession.
Und damit beginnen die Probleme! Nicht nur, daß es dem Verein kaum möglich ist, die ganze Strecke mit eigenen Mitteln zu erhalten (Die obere Hälfte wird schon seit Jahren vom Verein unterhalten!), kommt erschwerend dazu, daß dies die Begehrlichkeit einiger Lokalpolitiker weckt. Auf der Strecke könnte man nach dem Vorbild Birkfeld/Ratten einen Radlweg bauen. Vielleicht ließe sich dabei auch noch die teilweise parallel laufende Bundesstraße verbreitern...
Solch schöne Pläne läßt man sich doch nicht durch ein paar Spinner verderben, die einfach nur zum eigenen Vergnügen gerne Eisenbahn spielen! Straßen sind modern, Radlwege! Aber doch keine alte Eisenbahn!
Das mit den Spinnern lasse ich nicht so stehen. O.K. Idealisten werden oft so bezeichnet. Und es gehört schon sehr viel Idealismus dazu, die eigene Arbeitskraft einzusetzen und auch noch jeden frei verfügbaren Groschen aus der privaten Tasche zuzubuttern, um die Bahn zu erhalten. Und die ganz eifrigen kaufen sich noch für teures Geld einen Schrotthaufen Namens Güterwagen und restaurieren ihn mit viel Liebe um ihn der Nachwelt zu erhalten. Nicht genug: Um den Betrieb der Bahn aufrechtzuerhalten, machen sie auch noch die nötigen Prüfungen als Heizer oder Lokführer (Auch eine Vereinseigene Nostalgiebahn unterliegt ganz normal dem Österreichischem Eisenbahngesetz ohne wenn und aber!). Und das soll alles umsonst gewesen sein?
Ich für meine Person habe mir schon wiederholt die Mühe gemacht extra wegen der Bahn nach Kapfenberg zu reisen. Und wenn ich dort bin muß ich ja auch essen und trinken und brauche ein Zimmer zum Übernachten! Glauben die Verantwortlichen in Thörl und Umgebung wirklich ernsthaft, daß ich dies wegen eines Radlweges tun würde? Einen Radlweg habe ich überall, eine Thörlerbahn nicht! Wohlgemerkt, ich habe nichts gegen Radlwege. Und Radlwege müssen auch gebaut werden. Aber müssen sie unbedingt auf Bahntrassen laufen? Sollte man nicht vielleicht auch darüber nachdenken ob ein Radlweg auf anderer Trasse abseits der Bundesstraße vielleicht sogar schöner wäre? Sicher diese Lösung ist etwas teurer, aber wenn man dabei eine so tolle touristische Attraktion erhalten kann, bestimmt ihr Geld wert! (Zum Umfärbeln der Straßen nach dem EU-Beitritt war auch kein Geld zuviel, liebe Landesregierung! (Wie sonst kann man es erklären, daß nahezu alle Straßen Sie schon nach 2 Monaten im tristen Weiß anglotzten?) Ein gewisses Abwarten (Warten auf die Zeit in der die Straßen eh hätten neu gefärbelt werden müssen), hätte so viel Geld gespart, daß es für etliche Technikdenkmäler wie z.B. die Thörlerbahn locker gereicht hätte.
Wie ist die Situation derzeit? Allgemeine Resignation macht sich breit! Die Verhandlungen laufen noch aber... Was können Sie tun? Leider nicht viel. Aber vielleicht doch etwas. Schreiben Sie doch an die Thörler. Je mehr Briefe sie haben, desto mehr Argumente haben sie! (und ein wenig Aufmunterung können sie auch brauchen!) Leider müssen Sie in diesem Fall die alte Bummelpost wählen: Eisenbahnverein Thörlerbahn, Postfach 2, A-8600 Bruck an der Mur. Wenn sie Ihre Meinung im Internet kundtun wollen, schreiben Sie mir einfach eine Mail. Sie wird dann in der Gästeecke erscheinen. Und wenn Sie gerade eine große Erbschaft gemacht haben, Spenden sind immer willkommen. (Leider steht der Verein nach der Wiederinbetriebname der Lok Thörl ziemlich mit dem Rücken an der Wand.)
Wie es funktioniert, eine Bahn zu erhalten und sie für den Tourismus zu nutzen, haben die Feistritztalbahn oder der berühmte Flascherzug in Stainz vorgeführt. Hoffen wir, daß das Unmögliche möglich wird, und wir uns nächstes Jahr (so gegen Pfingsten) bei der Saisoneröffnung in Kapfenberg treffen! Viel Glück, liebe Thörler, Ihr werdet es brauchen...
Oskar Sembach
Hoffen wir, daß das berühmte Lied "Zwischen Salzburg und..." nicht die Variante " Zwischen Aflenz und..." erhält!
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